
Melbourne Victory hat es also tatsächlich geschafft: Gruppenzweiter im australischen Pokal. Nicht glorreich, nicht souverän, aber immerhin nicht peinlich genug, um frühzeitig rauszufliegen. Ein Erfolg, der ungefähr so glamourös ist wie ein halb geschmolzenes Eis am Strand – aber hey, es reicht fürs Viertelfinale. Und dort wartet natürlich niemand Geringerer als der liebste aller Gegner: Sydney, der Erzrivale, der uns zuverlässig den Puls hochtreibt und die Laune ruiniert.
Der Weg ins Viertelfinale – oder: „Hauptsache weiter“
Die Vorrunde verlief für Melbourne wie ein Besuch im Baumarkt: Man wusste nicht genau, was man tut, aber am Ende hatte man irgendwas in der Hand, das halbwegs funktioniert. Ein paar gute Momente, ein paar haarsträubende Aussetzer – das übliche Victory‑Programm eben. Platz zwei in der Gruppe klingt solide, fühlt sich aber an wie ein Geschenk der Fußballgötter, die wohl gerade Langeweile hatten.
Viertelfinale gegen Sydney – das Chaos nimmt Form an
Und jetzt also Sydney. Der Gegner, der uns regelmäßig daran erinnert, warum Blutdruckmessgeräte erfunden wurden. Ein Team, das uns mit einer Mischung aus Arroganz, Effizienz und nervtötender Coolness begegnet. Melbourne Victory hingegen kommt mit der gewohnten Mischung aus Hoffnung, Selbstüberschätzung und der Frage: „Wie können wir das diesmal wieder dramatisch machen?“
Sydney wird natürlich als Favorit gehandelt – aber das ist ja nichts Neues. Victory‑Fans wissen: Gegen Sydney spielen wir entweder überragend oder katastrophal. Dazwischen gibt es nichts. Und genau deshalb wird dieses Viertelfinale ein Fest für alle, die emotionalen Masochismus als Hobby betreiben.
Was jetzt zählt
Melbourne hat die Chance, den ungeliebten Rivalen aus dem Pokal zu kegeln und gleichzeitig die eigene Saison zu retten, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Oder man verabschiedet sich mit einem spektakulären Selbsttor in der 93. Minute – beides liegt im Bereich des Möglichen.