Während El Sansi an der Seitenlinie wahrscheinlich noch versucht, seinen Jungs zu erklären, dass man in Graz nicht mit Sombreros aufläuft, sorgt Ana in der Kabine für die einzig wahre Spielvorbereitung. Sie rührt wieder den legendären Rioja für die Jungs an. Bei ihr gibt es keine isotonischen Drinks aus der Plastikflasche; wer für Sevilla auflaufen will, muss erst an ihrem strengen Blick und dem schweren Rotwein vorbei. Man sieht es förmlich vor sich: Die Profis sitzen in der Kabine, und Oma Ana verteilt den Wein mit einer Kelle, als wäre es Buchstabensuppe. "Trinkt, Schätzelein", murmelt sie, während sie den Spielern den Rioja einflößt, damit sie gegen die zähen Steirer zumindest die nötige Schwere in den Beinen haben, um nicht vom Grazer Wind weggeweht zu werden.
Ob die Taktik von El Sansi aufgeht, ist nebensächlich, solange Anas Rioja-Mischung knallt. Wenn die Jungs in Graz mit einer leichten Fahne und schweren Beinen auflaufen, wissen wir: Das war kein Trainingsfehler, das war pure Traditionspflege.