#17, Pressekonferenz zur Premier League 2018-3 – ZAT 12
Speedy Gonzales, Ipswich
(Heute werden keine geladenen Gäste hohen Ranges erwartet. Lediglich die gewöhnliche Journalistenschar ist zugegen, so dass sich daraus keine weitere Verzögerung ergibt. Es geht also los …)
Gonzales: „Ich begrüße mich zur heutigen Pressekonferenz! Any Questions?“
Guestoon (kann es vor Spannung kaum aushalten): „Senor Gonzales, Ihre erste Saison in der Premier League neigt sich dem Finale zu, und der Ihrige wie auch der meinige Urlaub naht, sozusagen ein zeitlich beschränkter, dauerhafter Feierabend. Können Sie die Spannung noch aushalten?“
Gonzales: „Welche Spannung genau? Die, wenn man auf die Tabelle schaut? Oder die, wenn man sich dazu hinreißen ließe sich seinen bevorstehenden Urlaub schon vorab auszumalen? (streng) Ich nehme mal an, Sie meinen ersteres, gelle?“
Guestoon (eingeschüchtert): „Natürlich, vorwiegend ersteres.“
Gonzales: „Bueno, die Spannung ist naturalmente auszuhalten, denn derartige Situationen vor einem Saisonfinale sind Meinerwenigkeit nicht neu. Neu hingegen ist lediglich das Umfeld, in dem sich Meinevielseitigkeit befindet. Für gewöhnlich kenne ich meine Pappenheimer, doch in meiner Debutsaison in der Premier League sind noch so einige Fragen offen. Dennoch sehe ich dem Treiben hier mit einer gewissen Distanz und Gelassenheit entgegen; um soooo viel geht es ja nun auch wieder nicht.“
Guestoon (will am Ball bleiben): „Um nicht sooo viel?Ihre Mannschaft ziert vor diesem Saisonfinale Platz 6. Reicht Ihnen das?“
Gonzales: „Platz 5 ist naturalmente verlockend. Doch dort hat sich Senor Taylor mit Chelsea eingenistet. Ihn dort zu verdrängen ist schwierig, insbesondere weil es im Saisonfinale kein direktes Aufeinandertreffen mehr gibt. Berücksichtigen sollte man zudem noch das TK-Ungeheuer von den Hotspurs. Ein verdammt schwieriges Unterfangen, diesen allseits begehrten Platz zu erobern und bis zum letzten Spieltag zu verteidigen. Eher aussichtslos.“
Guestoon: „Dazu kommt noch, dass Ihre Mannschaft im direkten Vergleich mit der Konkurrenz das niedrigste Rest-TK aufzuweisen hat ….“
Gonzales: „Das müssen Sie jetzt nicht so laut herausposaunen, aber recht haben Sie. (grummelt etwas vor sich hin) Wenn ich mir aber vergegenwärtige, dass wir zum Saisonstart das niedrigste Start-TK aller Wettbewerber zugeteilt bekamen und wir für das Ziel oben mitzuspielen bis hin zu ersten Titelchancen eigentlich einen 2-Jahres-Plan aufgestellt haben, so ist die gegenwärtige Situation doch nicht als so kritisch zu bewerten. Man könnte an dieser Stelle unzufriedener sein.“
Guestoon (zu seiner präferierten Frage kommend): „Und wohin geht es anschließend in den Urlaub?“
Gonzales: „In meine alte Wahlheimat, nach Uruguay, an den Rio Verde, auf meine Hazienda. Werde die hier auf der Insel angenommenen, etwas seltsamen Gepflogenheiten abstreifen, in alten Zeiten schwelgen, alte Bekannte besuchen, unter anderem auch Ihren Berufskollegen El Periodista….“
Guestoon (leicht nervös): „El Periodista, wer kennt ihn nicht – ein Name wie Donnerhall …. Messerscharf in der Analyse, und noch schärfer in der Formulierung. Übermitteln Sie ihm doch meine altehrwürdigen Grüße!“
Gonzales (in Gedanken, hat offensichtlich wieder neue Pläne im Kopf): „Si, si …. Und damit beschließe ich die heutige Pressekonferenz.“
Guestoon: „Feierabend. Genial! Der längste Feierabend in meiner gerade erst gestarteten Karriere. Noch besser als Schulferien. Supergenial!“