Neuer Trainer, alte Probleme? Seit wenigen Tagen steht Florian Kraus an der Seitenlinie des VfB Stuttgart im virtuellen Manager-Spiel torrausch.com. Die Erwartungen an den neuen Mann waren hoch, doch der Start verlief bislang verhalten. Auswärts blieb der VfB unter Kraus torlos, und auch im heimischen Stadion gab es bisher jeweils nur einen Treffer zu bejubeln.
„Wir stehen hinten sicher, das ist schon mal ein Anfang“, resümierte Kraus nach den ersten Partien. Tatsächlich wirkt die Defensive stabiler, Zweikämpfe werden konsequenter geführt, und die Abstimmung in der Viererkette stimmt. Doch was die Offensivabteilung betrifft, ist noch reichlich Luft nach oben. Zu oft verpuffen Angriffe im Mittelfeld, die Stürmer hängen in der Luft, und der letzte Pass will nicht gelingen.
Kraus ist sich der Baustellen bewusst: „Wir brauchen mehr Mut im letzten Drittel und müssen uns mehr Chancen erarbeiten. Eine stabile Abwehr ist wichtig, aber ohne Tore gewinnt man keine Spiele.“
Im Training setzt der Coach deshalb auf gezielte Offensivübungen, schnelles Umschaltspiel und Variabilität im Angriff. Das Ziel: Mehr Torgefahr aus allen Mannschaftsteilen, nicht nur durch die Spitzen. Bis sich diese Veränderungen in den Ergebnissen niederschlagen, könnte es allerdings noch ein paar Tage dauern.
Die Fans zeigen sich bisher geduldig. Sie honorieren den kämpferischen Auftritt und die defensive Stabilität, wissen aber, dass Fußball in Stuttgart traditionell auch für Offensivdrang und Spektakel steht. Kraus wird liefern müssen – nicht sofort, aber bald. Denn in einer Liga, in der Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden, kann eine defensive Grundordnung zwar Punkte retten, aber auf Dauer eben auch zu wenig sein, um ganz oben mitzuspielen.