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1. Bundesliga

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1. Bundesliga · Saison 2026-2

Zeitung

Trainerartikel aus Liga und Pokal — alle Stimmen aus dem Wettbewerb der aktuellen Saison.

Was bedeutet Fair Play wirklich? (Teil 2)

FC St. Pauli
Es ist keine Beschäftigung, sondern eine ernste Tätigkeit, denn es geht um den Broterwerb. Fußball dient nur den Zuschauern zur Unterhaltung. Für die Fußballspieler ist es kein Spiel. Es ist ihr Beruf. Damit verdienen sie ihr Geld. Das sollte unter gerechten, regel-, um nicht zu sagen gesetzeskonformen Bedingungen stattfinden. Und damit wären wir beim zweiten Wort. Gerechtigkeit. Können die Spieler Gerechtigkeit heraufbeschwören? Ja, sie können es. Indem sie regelkonform spielen. Begrenzt sich das gerechte Spiel auf das Spielfeld? Nein, es schließt alle mit ein. Die Trainer, die Betreuer, das sportmedizinische Personal und sogar die Zuschauer. Das gerechte Spiel nimmt das sehr ernst. Damit alle Freude am Spiel haben, muss jeder die Grundregeln respektieren. Regeln, die nicht nur das Spiel, sondern auch das menschliche Miteinander in geordneten Bahnen halten. Das ist, verzeihen Sie mir bitte den Ausdruck, Fair Play.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 148 Wörter

Was bedeutet Fair Play wirklich? (Teil 1)

FC St. Pauli
Fair Play bedeutet, dass die Mannschaft sich an die Regeln hält, den Gegner respektiert und die Entscheidungen des Schiedsrichters akzeptiert. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des Fußballs, ohne den der Sport nicht funktionieren würde. Den Begriff Fair Play an sich lehne ich ab, weil es sich mal wieder um einen unnötigen Anglizismus handelt. Und Anglizismen sollten allgemein aus der deutschen Sprache verbannt werden. Reden wir lieber vom „gerechten Spiel“ oder vom „regelkonformen Spiel“, das klingt dann auch gleich besser. Aber ist Fußball überhaupt noch ein Spiel? Ist es eine rein „zwanglose, meist keine körperliche Anstrengung erfordernde Beschäftigung, Tätigkeit, besonders zum Zweck der Unterhaltung, der Kurzweil, der Entspannung“ (DWDS)? Nein, von Spiel kann hier wahrlich keine Rede mehr sein. Fußball bedeutet Leistungsdruck. Man muss gewinnen. Die körperliche Anstrengung ist enorm.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 139 Wörter

Mission Titelverteidigung

Borussia Dortmund
​Am kommenden Wochenende ist es endlich so weit: Neben dem mit Spannung erwarteten Start der neuen Bundesligasaison nimmt auch der DFB-Pokal sofort Fahrt auf. ​Die Schwarz-Gelben Titelverteidiger aus Dortmund müssen am ersten Spieltag auswärts beim VfB Stuttgart sowie beim 1. FC Köln antreten – zwei Duelle, die den Spielern alles abverlangen werden. Das erste Heimspiel im stimmungsvollen Westfalenstadion bestreitet der BVB gegen den SV Waldhof Mannheim. Die weiteren Gegner, die das Feld in dieser packenden Gruppenphase komplettieren, sind der Hamburger SV und der KSV Hessen Kassel.Genau wie im Ligaalltag gilt es auch im Pokal, von der ersten Minute an hellwach zu sein. Ein gelungener Start ist extrem wichtig, um sich frühzeitig eine glänzende Ausgangsposition zu verschaffen. Nur wer in den ersten Partien konstant punktet, legt den Grundstein für die Qualifikation zur nächsten Runde und hält den Traum vom Finale in Berlin lebendig, welcher für die Mission "Titelverteidigung" wohl essenziell ist. Die Fans dürfen sich auf packende Pokalfights freuen.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 168 Wörter

Es geht wieder los

Borussia Dortmund
Die mit Spannung erwartete neue Saison der Fußball-Bundesliga steht endlich vor der Tür. Nachdem Trainer The_Game1985 den BVB im Laufe der vergangenen Spielzeit in einer kritischen Phase übernahm, gelang ihm ein echtes Fußballwunder: Er stabilisierte das verunsicherte Team, führte die Mannschaft bravourös von einem scheinbar sicheren Abstiegsplatz und klopfte am Ende sogar noch vehement an die Tore zum Europapokal. Außerdem konnte man in der Premierensaison sogar den DFB-Pokal gewinnen.
Nachdem man nun die gesamte Pause intensiv zusammen verbringen und ein rundum gelungenes Trainingslager absolvieren konnte, blickt der Coach überaus optimistisch in die Zukunft. Er sieht seine Mannschaft taktisch wie charakterlich hervorragend aufgestellt, um eine erfolgreiche und konstante Saison zu spielen. Dies ist jedoch alles eher theoretischer Natur. Wie heißt es in Dortmund doch so schön:

„Grau ist im Leben alle Theorie – entscheidend ist auf’m Platz!“

Um das Saisonziel zu erreichen, ist ein gelungener Start in den ersten Wochen daher absolut überlebenswichtig.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 161 Wörter

Eine Vorrunde, die nach Ärger riecht

Eintracht Frankfurt
Der DFB-Pokal startet in eine Gruppe, die keine Geduld mit Ausreden haben wird. Stuttgarter Kickers, Leverkusen, Bremen, St. Pauli, Eintracht Frankfurt und TSV 1860 München Paderborn. Das ist keine Vorrunde zum Einrollen, sondern eine kleine Versuchsanordnung darüber, wie schnell aus Ambition Unruhe werden kann.
 
Für die Eintracht beginnt alles in Paderborn, danach folgt direkt das Heimspiel gegen St. Pauli, ehe es nach Bremen geht. Drei Partien, drei verschiedene Temperamente. Paderborn wird unangenehm, weil solche Mannschaften in diesen Formaten nie höflich sind. Bremen bringt wie immer die Mischung aus Substanz und leichter Gereiztheit mit. Und St. Pauli wird natürlich wieder so auftreten, als sei schon die Ansetzung ein historischer Moment.
 
Frankfurt täte gut daran, den Pokal diesmal nicht als Bühne, sondern als Arbeitsauftrag zu verstehen. Nach der vergangenen Saison ist niemand in der Lage, aus Gewohnheit durch solche Gruppen zu spazieren. Gerade deshalb liegt in diesem Start auch eine Chance: früh Struktur finden, früh Punkte sammeln, früh verhindern, dass aus dem Wettbewerb wieder ein Rechenexempel wird.
 
Die Gruppe ist offen, aber nicht freundlich. Jeder startet mit 18 TK, niemand mit einem Vorteil außer vielleicht dem Irrglauben, schon zu wissen, wie das endet. Genau darin liegt der Reiz dieser Vorrunde. Im Pokal scheitern selten die Schwächsten zuerst – meist die Lautesten.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 234 Wörter

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Eintracht Frankfurt




Der Klassenerhalt ist geschafft. Das klingt größer, als es sich anfühlte. In Frankfurt war der Verbleib in der Liga am Ende kein Triumph, sondern eher die erfolgreiche Verlängerung eines Mietvertrags, den man zwischendurch aus Fahrlässigkeit fast selbst zerrissen hatte. Platz 14, 45 Punkte, 74:78 Tore... eine Saison wie ein Staubsaugerbeutel: voll, unangenehm und am Ende trotzdem irgendwie noch im Gerät geblieben.
 
SamiNo wusste das. JP natürlich auch, nur sprach er darüber anders.
„Chef“, sagte er am ersten Tag der Sommerpause, „wir dürfen die alte Saison nicht analysieren. Wir müssen sie aus dem Körper treiben.“
 
Und so begann in Frankfurt eine Saisonvorbereitung, die weniger nach Profifußball und mehr nach einer schlecht kontrollierten Reha-Klinik für Symbolik roch.
 
Phase 1: Die Entgiftung des Vorjahres
JP eröffnete die Vorbereitung mit einem Programmpunkt namens „kontrollierte Enttäuschungsabgabe“. Jeder Spieler musste einen Gegenstand mitbringen, der für die vergangene Saison stand. Der Innenverteidiger brachte einen zerrissenen Spickzettel für Standards. Der Torwart einen Handschuh, in dem sich angeblich mehr Gegentore als Schweiß gesammelt hatten. Ein Stürmer brachte einfach nur ein leeres Blatt mit. „Das waren meine Auswärtsspiele“, sagte er.
 
JP legte alles in eine graue Plastikwanne und stellte sie auf den Mittelkreis. Dann mussten die Spieler nacheinander vorbeigehen, hineinschauen und einen Satz sagen, den man sonst nur in Therapieräumen oder gescheiterten Vorstandssitzungen hört:
„Ich erkenne an, dass ich Teil des Problems war.“
 
SamiNo stand daneben, Arme verschränkt, und wirkte wie ein Mann, der nicht sicher war, ob er Trainer einer Bundesligamannschaft oder Zeuge eines sozialpädagogischen Unfalls war.
 
Am zweiten Tag ließ JP alle Fußballschuhe in eine Reihe stellen und nummerieren. Nicht nach Größe. Nach biografischer Glaubwürdigkeit.
„Dieser Schuh hier“, sagte er und hob einen besonders weißen Neuzugangsschuh hoch, „hat noch nie ehrlich gelitten. Das ist gefährlich.“
 
Danach folgte „Defensiv-Origami“. Ziel war es, mit Papier Ketten zu falten, ohne dass Lücken entstehen. „Wenn ihr schon im Raum keine Kompaktheit herstellen könnt, dann wenigstens auf A4“, erklärte JP. Ein Außenverteidiger faltete einen Kranich. Ein Sechser einen Aschenbecher. Der Kapitän nur noch die Stirn.
 
Phase 2: Inselhopping als Führungsinstrument
In der dritten Woche der Pause verschwanden SamiNo ungewöhnlich gemeinsam mit JP: traditionell für einige Tage nach Asien. Das hatte sich bei JP so eingebürgert. Offiziell diente die Reise der „interkulturellen Horizonterweiterung im Kontext belastungsarmer Regeneration“. Inoffiziell war es Urlaub mit sehr schlechter Dokumentation.
 
Diesmal ging es über Phuket, Koh Phi Phi, Penang und Langkawi. JP bestand darauf, die Reise als „Taktik der beweglichen Inseln“ zu bezeichnen. Er hatte dafür eine Mappe angelegt, auf der groß „Nicht für die Buchhaltung“ stand.
 
Auf Phuket verbrachte JP einen Abend in einer Bar, in der sich laut ihm „mehr Wahrheit über das Spiel im Eins-gegen-eins“ erkennen lasse als in manchen Trainerfortbildungen. Er bestellte drei Cocktails mit Namen, die niemand aussprach, und führte lange Gespräche mit Ladyboys, die ihm mit deutlich mehr Klarheit erklärten, wann jemand nur eine Rolle spiele und wann jemand eine Rolle zu gut spiele.
 
„Chef“, sagte JP später auf dem Rückweg ins Hotel, „Fußball ist wie hier. Alle verkleiden sich. Die Frage ist nur: Wer ist ehrlich in seiner Verkleidung?“
SamiNo antwortete nicht sofort.
„JP, ich glaube, du bist gerade sehr nah an etwas Klugem vorbeigelaufen.“
 
Auf Penang verlor JP dann seine Sandalen, seine Zimmerkarte und kurzzeitig auch seine Überzeugung, dass man in Malaysia mit Französisch weiterkomme. Auf Langkawi bestand er darauf, mit einem Bootsführer über Staffelung gegen den Ball zu sprechen. Der Bootsführer hörte sich alles an, nickte höflich und fragte dann nur:
„You want snorkeling or not?“
 
SamiNo entschied, dass genau diese Frage vielleicht auch über die kommende Saison entscheiden würde: Will man wirklich noch einmal tief runter oder endlich wieder atmen?
 
Phase 3: Vorbereitung mit Nebenwirkungen
Zurück in Frankfurt wirkte JP verändert. Gebräunt, leicht zerkratzt und mit einer neuen Methode im Gepäck.
 
Sie hieß „falsche Erinnerung, richtige Reaktion“.
 
Die Spieler mussten im Trainingslager abends Szenen aus der letzten Saison nachspielen, aber mit falschem Ausgang. Nach jedem Gegentor stand JP am Spielfeldrand und rief:
„Nein! Diesmal verteidigt ihr erwachsen!“
Dann wurde die Szene neu gestartet. Nicht aus Analysegründen, sondern weil JP überzeugt war, dass der Körper sich irgendwann an bessere Entscheidungen erinnere, wenn man ihn oft genug belüge.
 
SamiNo war skeptisch.
„Du willst also mit nachträglicher Fiktion eine reale Defensive bauen?“
„Ja“, sagte JP. „Andere machen das mit Saisonzielen. Ich mache es wenigstens offen.“
 
Dazwischen führte SamiNo die wenigen wirklich brauchbaren Dinge ein: kürzere Abstände, klarere Laufwege, nüchterne Standards, weniger Theater. Die Mannschaft wirkte erstmals seit Monaten nicht glücklich, aber brauchbar. Und das war in Frankfurt bereits ein Fortschritt.
 
Phase 4: Der unerwartete Effekt
Am Ende der Vorbereitung, kurz vor dem Start der Saison 2026-2, versammelten sich Trainerstab und Mannschaft im kleinen Vortragsraum. SamiNo wollte gerade seine üblichen drei Sätze sagen – nicht mehr, nie mehr – da betrat der Zeugwart den Raum mit einem Paket.
 
Absender: Fundbüro Langkawi Ferry Terminal.
 
JP wurde blass.
Im Paket lagen seine verloren geglaubten Sandalen, die Hotelzimmerkarte von Penang und ein laminiertes Schild, das offenbar versehentlich in seinem Koffer gelandet war.
 
Darauf stand auf Englisch:
„Please do not leave baggage unattended.“
 
Es wurde still.
JP nahm das Schild in die Hand, sah die Mannschaft an und dann SamiNo.
„Chef“, sagte er langsam, „ich glaube, das ist es.“
„Was genau?“
JP hob das Schild wie eine Offenbarung.
„Unsere neue Defensivregel.“
 
SamiNo starrte ihn an. Die Mannschaft auch.
Und zum ersten Mal in diesem Sommer war allen gleichzeitig klar, dass diese absurde Vorbereitung am Ende vielleicht doch einen Sinn hatte.
Denn wenn Frankfurt in der neuen Saison eines nicht mehr tun durfte, dann das:
Gepäck unbeaufsichtigt lassen.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 1139 Wörter

Der Fußballgott...

DSC Arminia Bielefeld
... scheint es mit den Ostwestfalen nicht gut zu meinen. Für die Gruppenphase erwischten die Arminen ein Hammerlos.

Eintracht Braunschweig: amtierender Meister
Bayern München: Meister  zuletzt 2024-3 und Pokalsieger 2003-3 
SC Freiburg: Pokalsieger 2025-2 mit Meistertrainer Wasserlasser 2025-1 und 2025-3
Holstein Kiel: DFB-Pokal 2025-3

und der Verein, den Richard viele, viele Jahre selbst betreut hat: Borussia Mönchengladbach.

Eine Hammergruppe, eine Todesgruppe...

Zumindest wird dem Publikum hier einiges geboten. 
Bielefeld selbst wird sich auf die Liga konzentrieren, denn das Team ist zu dünn besetzt, um allzulange auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.

Viel Erfolg allen Trainern und an dieser Stelle mein herzlicher Dank an die Ligaleitung für die viele Zeit, die investiert werden muss. Dank vor allem für die Reminder :) 
Saison 2026-2, ZAT 1 · 123 Wörter

Neuer Pressesprecher

DSC Arminia Bielefeld
Eigentlich sind die Ostwestfalen eher als wortkarg bekannt. Aber in dieser Saison versuchen es die Bielefelder mal mit einem Pressesprecher.

Der Rückblick auf die letzte Saison fällt recht positiv aus. Immerhin ein 7. Platz nach der vermasselten vorletzten Spielzeit. Aber der Blick geht nach vorn. 
Was bringt die vor uns liegende Saison für die Arminen?
Zum Auftakt ein Heimspiel gegen die Münchener Bayern. Da ist eine ausverkaufte Alm sicher. Zumal die Bielefelder jeden Cent brauchen, um sich den Pressesprecher über die gesamte Saison leisen zu können.
Auf der Trainerbank der Bayern sitzt mit Kiw ein Torrausch Urgestein, das nach Richard und millmoor bei den meisten Bundesligaspielen auf der Trainerbank saß.

Auswärts gegen Aufsteiger FC Freiburg und Trainer Wasserlasser. Das hätte kaum kniffliger werden können!

Also hat es Bielefeld in der ersten beiden Spielen mit Meistertrainern zu tun, die drei der letzten fünf Titel gewannen. 

Gespannt wartet man in Ostwestfalen auf den Saisonstart. 




Saison 2026-2, ZAT 1 · 162 Wörter

Zwischen Wunder, Wahnsinn und Wiedergutmachung

SC Freiburg
Der Name Wasserlasser polarisiert wie kaum ein anderer im deutschen Fußball. Für die einen ist er ein Visionär, für die anderen ein Trainer, der seine Mannschaften mit voller Geschwindigkeit gegen die Wand fahren lässt. Nun übernimmt ausgerechnet er den Bundesliga-Aufsteiger SC Freiburg – und ganz Fußball-Deutschland schaut gespannt nach Breisgau.

Denn Wasserlasser trägt eine Geschichte mit sich herum, die längst Kultstatus erreicht hat. Er schaffte mit dem FC Augsburg etwas, das eigentlich unmöglich klingt: Als amtierender deutscher Meister stieg der Verein in der darauffolgenden Saison ab.

Noch heute gilt die damalige Spielzeit als eine der verrücktesten der Bundesliga-Geschichte. Augsburg kam mit breiter Brust aus der Meistersaison, doch plötzlich lief alles aus dem Ruder. Verletzungen, interne Spannungen und ein Fußballstil, der weiterhin kompromisslos auf Offensive setzte, wurden zur tödlichen Mischung.

Wasserlassers Mannschaft spielte spektakulär – aber oft auch kopflos. Ein 4:4 hier, ein 5:3 dort, gefolgt von bitteren Niederlagen gegen direkte Konkurrenten. Augsburg schoss viele Tore, kassierte aber noch mehr. Aus dem Meister wurde innerhalb weniger Monate eine Mannschaft ohne Stabilität.

Besonders fatal war die Rückrunde. Während andere Teams im Abstiegskampf um jeden Punkt kämpften, blieb Wasserlasser seiner Linie treu. Angriff um Angriff, Risiko über Risiko. Viele bewunderten seinen Mut. Andere hielten ihn für wahnsinnig.

Am Ende stand das Unfassbare fest: Der amtierende Meister stieg ab.

Und mitten in diesem historischen Absturz stand Wasserlasser an der Seitenlinie. Laut, emotional, oft verzweifelt – aber bis zuletzt überzeugt von seiner Idee.

Nun soll er in Freiburg einen Neuanfang wagen.

Beim SC Freiburg setzt man darauf, dass Wasserlasser aus seinen Fehlern gelernt hat. Der Verein gilt als ruhig, strukturiert und geduldig – Eigenschaften, die dem impulsiven Trainer in der Vergangenheit manchmal fehlten.

In seinem ersten Interview als Freiburg-Coach zeigte sich Wasserlasser ungewöhnlich selbstkritisch.

Herr Wasserlasser, wie oft denken Sie noch an den Abstieg mit Augsburg zurück?

„Jeden Tag. So etwas vergisst du nicht. Du gehst als Meister in die Saison und denkst, du kannst die Welt erobern. Und plötzlich verlierst du die Kontrolle.“

Was war der größte Fehler?

„Vielleicht wollte ich immer noch mehr. Noch offensiver, noch mutiger. Aber Fußball bestraft dich irgendwann, wenn du das Gleichgewicht verlierst.“

Viele Fans fragen sich: Warum sollte es in Freiburg funktionieren?

„Weil ich heute ein anderer Trainer bin. Ich werde nie defensiv denken, das liegt nicht in meiner Natur. Aber ich habe verstanden, dass Kontrolle genauso wichtig ist wie Leidenschaft.“

Was ist Ihr Ziel mit Freiburg?

„Dass die Leute wieder gerne ins Stadion gehen und stolz auf ihre Mannschaft sind. Und natürlich, dass wir die Klasse halten.“

Die Freiburger Fans wissen nicht genau, was sie erwartet. Genie oder Chaos? Euphorie oder Absturz? Wahrscheinlich ein bisschen von allem.

Doch genau das macht Wasserlasser so faszinierend.

Er ist der Trainer, der als Meister abstieg. Der Mann, der scheiterte und trotzdem nie aufhörte, an seine Idee von Fußball zu glauben.

Jetzt bekommt er beim SC Freiburg die Chance auf seine vielleicht größte Wiedergutmachung.
Saison 2026-2, ZAT 1 · 540 Wörter

Mission Titelverteidigung

Eintracht Braunschweig
Zum ersten Mal seit 13 Jahren geht Eintracht Braunschweig als Titelverteidiger in eine Bundesliga-Saison. Unter der Leitung von Trainer Ben konnten sich die Blau-Gelben in der vergangenen Spielzeit als Aufsteiger sensationell den Meistertitel sichern. 

Für die zweite Saison unter Ben ist die Zielsetzung gezwungenermaßen klar: Der Titel muss verteidigt werden. "Wir sind uns des Drucks bewusst und wollen die Saison dennoch genießen", meint Ben, der sich vor allem auf seine Champions-League-Premiere freut: "In meinen sechs Jahren im Trainergeschäft hatte ich noch nie die Möglichkeit, in der Königsklasse zu spielen. Ich freue mich auf magische Europapokalnächte."

Auch wenn das Braunschweiger Wunder aus der abgelaufenen Saison eine riesige Sensation ist, liegt die Erwartungshaltung hoch und der Druck des berüchtigten zweiten Jahres als Aufsteiger enorm. "Auch wenn wir amtierender Meister sind, heißt das nicht, dass wir ein etablierter Bundesligist sind", erklärt Ben, der darauf hinweist, dass sich seine Eintracht über mehrere Saisons auf den vorderen Rängen festsetzen muss, um ein Top-Verein zu werden.

Der Ausblick auf den Saisonstart wirft viele Fragezeichen auf. In der Bundesliga warten mit Freiburg (H) und Kiel (A) zwei schwer einzuschätzende Gegner und im DFB Pokal geht es gegen Bielefeld (H) und erneut Kiel (A). In der Champions League ist noch nicht bekannt, gegen wen Braunschweig die Europapokal-Rückkehr feiern wird. 

Saison 2026-2, ZAT 1 · 224 Wörter